F&E-Strategie

Die zunehmende Veränderungsgeschwindigkeit und Komplexität des Unternehmensumfeldes stellt Unternehmen heute vor ganz neue Herausforderungen und verlangt eine hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Dennoch gilt, ohne eine zielführende strategische Steuerung keine leistungsfähige Produktentstehung. Für F&E-Verantwortliche ist daher eine eigene Funktionalstrategie unverzichtbar. Sie leitet alle strategischen Überlegungen konsistent ab, beschreibt den Beitrag der F&E für eine erfolgreiche Umsetzung der Unternehmensstrategie, stellt die Synchronisierung mit anderen Organisationseinheiten her und gibt den Mitarbeitern Orientierung.

Produktentstehung richtig lenken

Die F&E-Strategie ist als Funktionalstrategie eingebettet in das Strategiegebäude des Unternehmens. Sie liefert mit Ihrer Beschreibung der Kernkompetenzen, der Technologiestrategie und der Plattform- und Modulstrategie wichtige Eingangsgrößen für die Festlegung der Unternehmens-, Geschäftsfeld- und Produktstrategien. Gleichzeitig beschreibt sie wie der Fachbereich F&E mit der Weiterentwicklung der Aufbauorganisation, des globalen Entwicklungsnetzwerks und der Prozess- und Methodenlandschaft die erfolgreiche Umsetzung der Unternehmens- und Geschäftsfeldstrategien unterstützen. Sie stellt die Synchronisierung mit allen anderen Organisationseinheiten her und gibt den Mitarbeitern Orientierung. Dabei geht es um Festlegungen zur Effektivität (die richtigen Dinge tun) und Effizienz (die Dinge richtig tun) sowie um die Vereinbarung von Leitlinien und Spielregeln für die Zusammenarbeit.

Lassen Sie sich daher bei der Erarbeitung der F&E-Strategie von drei wesentlichen Fragestellungen leiten:

  1. Welche Technologien und Produktarchitekturen wollen wir anbieten, um produkt- und dienstleistungsseitige Wettbewerbsvorteile zu realisieren?
  2. Wie wollen wir die Wertschöpfung organisieren?
  3. Welche Aufbauorganisation und Prozesse benötigen wir, um mit den gegebenen personellen und materiellen Ressourcen eine maximale Leistung erbringen zu können?

Wettbewerbsfähige Produkte definieren

Alle Maßnahmen für eine leistungsstärkere Produktentstehung laufen ins Leere, wenn Ihr Unternehmen die falsche Strategie verfolgt und Produkte „am Markt und Kunden vorbei“ entwickelt. Deshalb hat der Fachbereich F&E entscheidende Mitgestaltungsmöglichkeiten bei der Strategiefindung im Unternehmen. Vor allem weil er entscheidende Kernkompetenzen bereitstellt und die Technologiestrategie des Unternehmens verantwortet. Damit kann der Fachbereich F&E neben der vom Produktmanagement eingebrachten Sicht des Market Pulls entscheidende Impulse für einen Technology Push geben.

Daneben haben Verantwortliche für F&E einen zweiten zentralen Stellhebel in der Hand: Die Plattform- und Modulstrategie. Mit Ihr leisten Sie einen weiteren entscheidenden Beitrag zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Sie erhöhen die mögliche Produktvarianz, also die Auswahlmöglichkeit für den Kunden. Gleichzeitig reduzieren Sie Entwicklungs- und Herstellkosten und verkürzen zusätzlich die Entwicklungszeit für Varianten.

Der Fachbereich F&E leistet mit beiden Strategien einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Effektivität der eingesetzten Ressourcen. Wir helfen Ihnen dabei Ihre Prozesse und Methoden für das Technologiescouting zu organisieren und Ihre Technologiestrategie, Plattform- und Modulstrategie zu definieren. Außerdem Roadmaps abzuleiten und diese Prozesse mit den anderen Strategieprozessen im Unternehmen zu synchronisieren.

Die eigene Wertschöpfung festlegen

Sie haben die Strategiearbeit mit dem Blick auf die Kundenbedürfnisse und die Wettbewerbssituation erfolgreich begonnen. Produkte, Technologien und Produktarchitekturen sind definiert. Jetzt brauchen Sie noch eine adäquate strategische Steuerung für die Operationalisierung. Wir unterstützen Sie dabei, eines oder mehrere der notwendigen Elemente zu entwickeln und Ihre F&E-Strategie zu vervollständigen.

Kernkompetenzen identifizieren

Die Kenntnis Ihrer Kernkompetenzen ist entscheidend, um Ihre heutige Wettbewerbsposition abzusichern oder auszubauen und die Strategiefindung von innen nach außen zu unterstützen. Insbesondere bei sich rasant verändernden Rahmenbedingungen können so schnell neue Geschäftsfelder und Produkte gefunden und definiert werden. Wahre Kernkompetenzen sind rar. Sie sind durch drei Merkmale gekennzeichnet.

Eigenentwicklungsanteil festlegen

Haben Sie die eigenen Kernkompetenzen definiert so steht bereits fest, welche Entwicklungsanteile Sie im eigenen Unternehmen halten und ausbauen sollten. Für alle anderen Entwicklungsaufgaben sind Alternativen zu prüfen. Dabei legen Sie im ersten Schritt zunächst fest, für welche Produktbestandteile Sie überhaupt Entwicklungsaufgaben durchführen wollen und für welche nicht. Im zweiten Schritt bestimmen Sie z.B. entlang des V-Modells die optimale Entwicklungstiefe. Vielleicht ist es richtig im eigenen Unternehmen nur eine Systemkompetenz vorzuhalten. Vielleicht ist es aus strategischen und wirtschaftlichen Gründen besser auch die Detailkonstruktion und Verifizierung selbst durchzuführen. Wir helfen Ihnen dabei, die richtige Entwicklungsbreite und -tiefe zu definieren.

Strategische Entwicklungspartner

Sie haben Ihre Eigenentwicklungsanteile festgelegt und fokussieren sich auf die erfolgskritischen Stärken Ihrer F&E. Legen Sie dann fest mit welchen strategischen Entwicklungspartnern: Systemlieferanten, Komponentenlieferanten und Entwicklungsdienstleistern sie langfristig zusammenarbeiten wollen.

Effiziente Prozesse und Strukturen etablieren

Aufbauorganisation und Globales Entwicklungsnetzwerk

Ihre Kernkompetenzen, Eigenentwicklungsanteile, Technologie-, Plattform- und Modulstrategie sind definiert. Dies hat direkte Auswirkungen auf die erforderlichen Personalkompetenzen, ihre Infrastruktur, die Aufbauorganisation und das globale Entwicklungsnetzwerk. Legen Sie fest wie Sie Ihre Kompetenzen weltweit bündeln oder verteilen wollen und wie Sie dieses Netzwerk steuern. Dabei werden Sie weitere Kriterien leiten wie: Kompetenz, Kundennähe, Produktionsnähe, Standortkosten etc. Stellen Sie sicher, daß sich Ihr globales Entwicklungsnetzwerk strategisch geplant und gesteuert weiterentwickelt.

Prozesse, Methoden, IT

Alle bisherigen Festlegungen haben Einfluss auf Ihre Prozesslandschaft, die unterstützenden Methoden und Werkzeuge. Welchen Produktentstehungsprozess brauchen Sie? Welche Entwicklungsprozesse und -methoden? Welche Prozessderivate sind an den Standorten sinnvoll? Wie arbeiten Ihre Organisationseinheiten miteinander? Stellen Sie sicher, daß Sie die richtigen Weichen für die Optimierung Ihrer Prozesslandschaft stellen.

Ihr Nutzen
  • Sie leiten alle strategischen Überlegungen konsistent und im Zusammenhang ab.
  • Sie fokussieren sich auf wettbewerbsrelevante Entwicklungsinhalte und Optimieren Ihre Kostenstrukturen.
  • Sie sind mit allen anderen Unternehmensbereichen abgestimmt.
  • Sie geben ihren Mitarbeitern Orientierung im täglichen Handeln.
  • Sie leisten mit der strategischen Weiterentwicklung Ihrer Organisation und Prozesslandschaft einen entscheidenden Beitrag zur Operationalisierung aller anderen Strategien.