Aufbauorganisation gestalten

Globalisierung, immer komplexere Prozesse und Produkte, hoher Kostendruck und die zunehmende Geschwindigkeit von Veränderungen stellen hohe Anforderungen an eine Aufbauorganisation für Produktentstehung. Ihre Aufbauorganisation muss daher nicht nur Strategie und Prozesse optimal unterstützen und perfekt in die Unternehmensorganisation eingebettet sein. Sie muss zugleich schnell und flexibel auf neue Anforderungen und Rahmenbedingungen reagieren können.

Divergierende Anforderungen in eine Balance bringen

Unternehmen sind auf eine leistungsfähige Aufbauorganisation angewiesen. Deren Gestaltung ist gar nicht so einfach, denn es sind viele divergierende Ziele auszubalancieren: Kundenorientierung, Innovationskraft, hohe Fachkompetenz, Synergienutzung, niedrige Fix-Kosten, schnelle und flexible Kapazitätsanpassung sowie hohe Effizienz und Geschwindigkeit. Eine Aufgabe, die durch Globalisierung, leergefegte Personalmärkte, gesetzliche Restriktionen und schnelle technologische Veränderungen zusätzlich erschwert wird.

Diese Balance schaffen wir primär über eine mehrdimensionale Matrixorganisation, in der sie die richtige Balance aus Markt-, Produkt- und Kundenfokus einerseits sowie Synergieorientierung andererseits finden. Dabei steht die Waage niemals still und die Organisation muss immer wieder nachjustiert werden.

Ein globales Entwicklungsnetzwerk und eng angebundene Entwicklungsdienstleister müssen die Aufbauorganisation ergänzen. Erst wenn alle notwendigen Rollen, Funktionen, Kompetenzen und Kapazitäten bereitstehen und permanent an sich ändernde Rahmenbedingungen angepasst werden, entfalten Ihre Prozesse die volle Wirkung. Ihre Strategie lässt sich nur auf diese Weise erfolgreich realisieren.

Unternehmensorganisation

Organisationsgestaltung ist ein Streben nach Gleichgewicht. Es begegnet Ihnen zunächst auf Gesamtunternehmensebene, in der Zusammenarbeit zentraler Entwicklungsbereiche mit den Geschäftsbereichen. Während die Geschäftsbereiche unternehmerische Verantwortung tragen und eine möglichst geschlossen End-to-End-Prozesse vom Kunden bis zum Kunden abbilden, müssen Forschung und Entwicklung für Technologiekompetenz, Synergien und eine agile Ressourcenversorgung sorgen.

Entwicklungsorganisation

In der Entwicklungsorganisation setzen wir die gleichen Prinzipien um. Auch hier bietet sich die Matrix an: Haben Sie im Unternehmen Produktlinien als Geschäftsbereiche abgebildet, braucht der Fachbereich Entwicklung vertikal eine interdisziplinäre Modulverantwortung und horizontal eine Vorentwicklung, Konstruktions-Pools, Musterbau und Verifizierung/Validierung. Mehr zum Thema Entwicklungsorganisation finden Sie auch in unserem Fachbeitrag „Ihre globale Entwicklungsorganisation: Dickicht oder Netzwerk?“ .

Globales Entwicklungsnetzwerk

Haben Sie Ihre Entwicklungsressourcen global verteilt, müssen Sie deren Zusammenarbeit in einem leistungsfähigen globalen Entwicklungsnetzwerk organisieren. Häufig ist dieses Geflecht organisch gewachsen, ungeordnet, intransparent und lückenhaft. Mit einem klaren Rollenmodell und Leistungsvereinbarungen bringen Sie Ordnung in Ihr Netzwerk.

Agile Aufbauorganisation

Viele Unternehmen haben inzwischen die Vorteile agiler Arbeitsweisen auch bei der Entwicklung mechatronischer Produkte erfahren. Spätestens wenn sie entscheiden, von nun an flächendendeckend agil zu arbeiten, müssen sie Ihre Aufbauorganisation neu gestalten. Dabei werden Produkt-, Technologie, Leistungs- und Führungsverantwortung entsprechend der agilen Prinzipien auch in der Aufbauorganisation getrennt. Disziplinarische Führungsspannen erhöhen sich drastisch. Führungsebenen entfallen. Mehr zum Thema agile Transformation finden Sie auch in unserem Fachbeitrag "Fallstricke der agilen Transformation".

Agile Führung

Moderne Aufbauorganisationen brauchen agile Führung. Nur so entfalten Mitarbeiter Ihr volles Potenzial. Wir verwenden das ChangeWise Modell von Leadership Agility. Danach durchlaufen Führungskräfte drei spezifische Stadien oder Stufen von Führungsagilität: „Expert“, „Achiever“ und „Catalyst“. Mehr zum Thema agile Transformation finden Sie auch in unserem Fachbeitrag "Agile Führung – eine Antwort auf Komplexität, Unsicherheit und Veränderungsdruck".

Der Umbau einer Aufbauorganisation kann ohne kompetentes Veränderungsmanagement nicht gelingen. Die Herausforderung besteht darin, Führungskräfte und Mitarbeiter konsequent in den Veränderungsprozess einzubinden und damit verbundene Ängste sowie Vorbehalte schnellstmöglich abzubauen.

Fünf Tipps aus der Praxis

  • Gestalten Sie Ihre Aufbauorganisation immer nach den Anforderungen aus Strategie und Prozessen
  • Streben Sie ein gesundes Gleichgewicht aus Markt-, Produkt- und Kundenfokus einerseits sowie Synergieorientierung andererseits an
  • Akzeptieren Sie, dass Sie dieses Gleichgewicht nicht halten können und Aufbauorganisation immer nachjustiert werden muss
  • Erkennen Sie, dass die Leistungsfähigkeit Ihrer Organisation wesentlich von Kultur und Führungsverhalten abhängt und arbeiten Sie konsequent an beidem
  • Balancieren Sie die Verteilung von Verantwortungen global aus, damit keine Zwei-Klassengesellschaft entsteht

Zwanzig Jahre Erfahrung in der Organisationsentwicklung

Unsere Berater haben branchenübergreifend mehrere Dutzend Reorganisationsprojekte durchgeführt. Daher wissen wir, wie wichtig es ist, die Umstrukturierung schnell und zielgerichtet durchzuführen. Die Erfahrung ist in ein bewährtes Vorgehensmodell eingeflossen, das Sie systematisch durch ein Reorganisationsprojekt führt.

Sobald Sie die Struktur erstmals in Frage stellen, landen diese Informationen auch bei den Mitarbeitern. Es entstehen Unruhe und Unsicherheit. Daher ist es entscheidend, schnell zu positiven Zwischenergebnissen zu kommen, diese intern zu kommunizieren und die Mitarbeiter möglichst früh in die Strukturgestaltung einzubeziehen.

In der ersten Phase werden die Ziele und Prämissen für die Reorganisation definiert. In der Gestaltungsphase erarbeiten und bewerten wir gemeinsam mit der oberen Führung zunächst grundsätzliche Strukturalternativen. Dabei werden mögliche primäre, sekundäre und tertiäre Gliederungsprinzipien in Kombination durchgespielt. Anschließend gestalten wir die Struktur direkt mit den verantwortlichen Führungskräften weiter aus.

Die Gestaltung erfolgt in einem klaren top-down-Prozess. Das Veränderungsmanagement ist so angelegt, dass mittlere und untere Führungskräfte sowie Mitarbeiter in alle für sie relevanten Veränderungen einbezogen werden.

Wenn Sie noch mehr über Verbesserungen in Forschung und Entwicklung lesen möchten, empfehlen wir Ihnen unseren Wissensbereich. Darin finden Sie Case Studies, in denen wir aus unseren Kundenprojekten berichten, sowie Fachbeiträge, in denen unsere Berater Tipps und Anregungen zu fachspezifischen Themen geben.

Ihr Nutzen
  • Sie profitieren von einem validierten Vorgehensmodell
  • Sie beziehen Führungskräfte und Mitarbeiter bestmöglich ein und erzielen so eine hohe Akzeptanz
  • Sie spielen alternative Gliederungsprinzipien systematisch durch und können sich so für eine zielführende Struktur entscheiden
  • Sie schaffen eine Aufbauorganisation, die Strategien und Prozesse bestmöglich unterstützt
  • Wir begleiten Sie bei der Implementierung mit Kommunikationsmaßnahmen und Trainings